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Abschied von Br. Daniel Hitz †

Hitz DanielGeboren:  28.3.1938.
Eintritt in die SMB:   3.12.1961.

Missionsseminar Schöneck/Emmetten:
Bauzeichner für verschiedene Renovationen:  1961–1968.

Missionshaus Bethlehem, Immensee:
Bauzeichner für Neu- und Umbauten:  1968–1978.
Leiter der Brüdergemeinschaft:  1972–1982.
Grossversand für Heimat und Mission:  1978–2010.

Sakristan:  2010–2015.

Verstorben:  3.12.2015.

Wir alle wurden durch den Tod von Br. Daniel überrascht, ja aufgeschreckt. Und wir fragen uns, was sein Tod uns zu sagen hat. Einige von uns Brüdern sind nach seinem Tod zusammengesessen, um uns das zu fragen. Dabei sind uns einige der Charakterzüge von Daniel besonders aufgefallen.

Was uns an Daniel besonders beeindruckte, war seine stetige Bereitschaft zu helfen. Was immer getan sein musste, er war dafür bereit. Keine Arbeit war ihm zu gering oder zu mühsam. Er war ja ursprünglich vom Baufach, gelernter Bauzeichner. Als solcher hat er zu seiner Zeit im Seminar, die Pläne für die Renovation des Brüderhauses in Schöneck und des Ferienhauses in Obersaxen gezeichnet und dann als Maler die Renovationen mitgemacht.

1968 wechselte er ins Missionshaus Immensee, wo sein Fachwissen beim Bau des Obergymnasiums, des Reservoirs und der Personalspeisesäle gefragt war und wo er sich auch mit der Gesamtplanung des Missionshauses befasste. Von 1972 bis 1982 diente er der Brüdergemeinschaft hier als Leiter.

Als dann seine Dienste in der Spedition des damaligen Werbebüros gefragt wurden, arbeitete er 1972 bis 2010 dort und übernahm den Versand für die Mitbrüder in den Überseeeinsätzen. Seit 2010 war er auch verantwortlich für den Kleinversand des Kindermissionshefts “Jumi”. Eines der Markenzeichen Daniels war seine sprichwörtliche Hilfsbereitschaft. Wenn z.B. ein Mitbruder vor seiner Rückreise im letzten Moment entdeckte, dass sein Gepäck zu schwer war, durfte er sich vertrauensvoll an Daniel wenden.

2010 übernahm Daniel auch das Amt des Sakristans in der Hauptkapelle. In diesem Dienst fiel uns an ihm vor allem seine Treue auf. Ausser wenn er in den Ferien war, stand er tagtäglich schon in aller Hergottsfrühe auf, um die Kapelle zu lüften, damit die Orgel keinen Schaden nahm. Auch bei ausserordentlichen Tagesabläufen konnte man sich auf sein Läuten und all seine andern Dienste verlassen. Die gleiche Treue zeigte er auch bei den Gebetszeiten und zwar meistens als Vorbeter.

Ein weiterer Charakterzug von Daniel: Er konnte sich zwar über Sachfragen ereifern und aufregen. So z.B., wie wir alle wissen, über die Pläne rund um das “Wohnen im Bethlehem”. Er brachte seine Ansicht unmissverständlich ein. Aber nie hörte man, dass er einen Mitbruder hinter seinem Rücken kritisierte. Im Gegenteil, er konnte einem ermahnen, dass man solche Kritik unterlassen solle. Darin bleibt er für uns ein Vorbild.

Wenn ich ein einziges Eigenschaftswort wählen müsste, um Daniel zu charakterisieren, würde ich „fromm“ wählen. Aber nicht im heute oft fast verächtlichen Sinn. Er war kein „Frömmler“. Er war von einer religiösen Überzeugung durchdrungen, gottergeben und sanftmütig. Fromm heisst auch tüchtig, tapfer, rechtschaffen. Was er tat frommte uns, war zu unserem Nutzen. Gott wird sicher zu ihm sagen: „Recht so, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh hinein in die Freude deines Herrn.“

Die Worte der Lesung aus dem Philipperbrief , die wir eben gehört haben, könnten von Daniel sein:
„Was auch immer mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten; ja wirklich, ich halte auch alles für Verlust um der unübertrefflichen Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, willen, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck halte, damit ich Christus gewinne.“

Daniel hat die bethlehemitische Einfachheit gelebt, wie kaum ein anderer. Seine Garderobe war wohl die dürftigste von uns allen und er stellte keine Ansprüche. Das heisst, er stellte seine Bedürfnisse gerne an die letzte Stelle. Das ist zwar ideal, unglücklicherweise war das aber seiner Gesundheit nicht förderlich. Er hat sich zwar in letzter Zeit etwas geschont und sich am späten Nachmittag ausgeruht. Aber als er sich vor zwei Wochen nicht wohl fühlte, stellte er die Ansprüche der Gemeinschaft über sein persönliches Wohlbefinden, leider.

Lieber Daniel, du warst überzeugt: Unsere Heimat ist im Himmel. Du hast mit ganzem Herzen vertraut auf Jesu Wort: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen“. Auch wir vertrauen auf dieses Wort. Wenn du jetzt in diese Heimat zurückkehrst, bitten wir dich, uns nicht zu vergessen. Mögen die Anliegen unserer Gemeinschaft auch weiterhin deine Anliegen sein.

Laurenz Schelbert ■