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Abschied von Candid Stoffel †

Geboren   ·············································  3.3.1936
Eintritt in die Missionsgesellschaft  ··········   23.9.1959
Missionar in Rhodesien-Simbabwe ········   1966–2018
Seelsorger in Gokomere ······················   1967
Seelsorger in Kwekwe ························   1968–1971
Oberer in St. Joseph´s  ·······················   1971–1975
Oberer in Driefontein ··························   1976–1982
Stadtpfarrer in Redcliff ························   1983–1989
Stationsoberer in Holy Cross  ···············   1990–2001
Regionaloberer in Driefontein  ··············   2002–2010
Fliegender Generalrat  ························   2003–2008
Verstorben  ·········································   5.7.2018

Liebe Verwandte und Bekannte von Candid,
Liebe Leute von Visperterminen und dem Wallis,
Liebe Mitfeiernde und Mitbrüder,

Visperterminen:

Dieses katholische Dorf im Wallis hat der Kirche viele Schwestern und Priester geschenkt, wie wohl kein anderes in der Schweiz. Gleich sechs sind unserer SMB von den Familien Stoffel beigetreten. Candid ist der Letzte von ihnen.

Seminar Schöneck

Während unserer Sommerferien auf dem Simplon war es uns Seminaristen jeweils eine besondere Freude, zur Familie Stoffel auf Besuch zu gehen, da wir dort mit einem wunderbaren Raclette und dem berühmten Heida-Wein bewirtet wurden. Wir erinnern uns noch gerne daran.

Im Noviziat wurden Candid und Jules Greber einander als «Angelus», sogenannte Schutzengel, gegeben. Sie hatten also aufeinander aufzupassen und einander zu ermahnen. Daraus entstand bei den beiden eine echte Freundschaft. Sie haben einander in ihren Familien besucht und sind miteinander gereist. Jules, der hier mit uns dabei ist, sagte mir, dass Candid sehr freundlich war. Er sei bodenständig und gut organisiert gewesen.

Missionsarbeit:

Candid arbeitete in den Arbeiter-Pfarreien von Kwekwe und Amaveni. Damals blühte noch die Stahlindustrie. Candid hatte dort mit der einheimischen Shona-Bevölkerung, mit Farbigen und mit Weissen zu tun. Später wurden ihm die wichtigen Missionsstationen St. Joseph und Holy Cross im Gebiet Chirumanzu übertragen. Das ist die Gegend mit den meisten Katholiken, da die Jesuiten diese Missionen von Driefontein aus schon 1914 und kurz danach gegründet hatten. Von diesen Pfarreien stammen die meisten Schwestern, Brüder und Priester. Candid wurde zum Dekan und in den Bischofsrat gewählt. Während des Befreiungskriegs hatte er die grosse Missionsstation Driefontein, zusammen mit etlichen Brüdern und Schwestern, zu leiten. Dort kam es zu manchmal nicht angenehmen Kontakten mit der rhodesischen Armee und nachts wieder mit den Freiheitskämpfern. (Candid hat einmal einen Weissen unter seinem Bett versteckt. Er hiess Mister Goddard. Vor einiger Zeit traf er diesen wieder. Mister Goddard hat uns versprochen, den Driefontein-Staudamm zu reparieren, der die Missionsfarm bewässert.) Mit den Schwestern, Angestellten und Lehrlingen pflegte Candid gute und humorvolle Beziehungen.

Regionalrat, Regionaloberer und Generalrat.

Auch für unsere SMB Gemeinschaft war Candid ein geschätzter Mitbruder. Deshalb wurde er gebeten, als Regionalrat, als Regionaloberer und sogar als sogenannter „Fliegender Generalrat“,  Leitungsarbeit zu leisten (Letzteres bedeutete einmal jährlich die Teilnahme an der erweiterten Rats-Konferenz in der Schweiz.). Candid war stolz auf seinen Freund Jules, der (nachfolgend) die gleichen Ämter bekleidete, obwohl Candid sagte, im Seminar seien sie beide in Gefahr gewesen, weggeschickt zu werden.

Krankheit

Seit längerer Zeit litt Candid unter gesundheitlichen Problemen.  Mehrmals hat er ausgerufen: „The sooner the better“,  „je eher desto besser“. Jetzt ist es für ihn so weit. Wir hoffen, dass er in Gott die ewigen Freuden erleben darf.

Anton Wey
Regionaloberer Simbabwe