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Bericht 3O Jahre corso di tedesco

30_Jahre_Deutschkurse-2Die Corsi di tedesco am Gymi Immensee sind seit dreissig Jahren eine Erfolgsgeschichte.

Es war im Sommer 1984, als Franz Kirchhofer, Präfekt und Lehrer am Gymi Immensee, und der Bethlehem Missionar Silvio Bernasconi in Spanien ins Gespräch kamen. Beide hatten Erfahrung mit italienischschprachigen Jugendlichen: Franz Kirchhofer als Lehrer und Silvio Bernasconi als Verbindungsperson der Missionsgesellschaft Bethlehem zur italienischen Schweiz. Sie waren sich schnell einig, dass es ein Bedürfnis nach Deutsch-Zusatzkursen in den Sommerferien geben musste. Dabei sollte effizienter Unterricht verbunden werden mit dem Kennenlernen der Deutschschweiz. Spass und Freizeit durfte ebenso wenig fehlen wie ein besinnlicher Moment am Abend. Ebenso klar war für sie, dass nicht ältere Herren wie sie selber, sondern junge Menschen diese Kurse leiten und gestalten sollten.

Ideale Bedingungen

Mit einem rechneten die beiden Herren jedoch nicht: Dass diese Corsiditedescho seit 1986 bis heute ununterbrochen und mit grossen Erfolg nach genau demselben Konzept stattfinden, wie sie es sich damals ausgedacht hatten. Wir haben sogar noch alte Folien aus der Anfangszeit in unserem Archiv“, sagt Giuliana Santoro. Die Süditalienerin ist Lateinlehrerin am Gymi Immensee und seit zwei Jahren Hauptverantwortliche des Kurses. Dieser brachte dieses Jahr wiederum 64 Jugendliche von 12 bis 17 Jahren aus dem Tessin und dem Südbünden nach Immensee. „Die Bedingungen sind hier ideal“, sagt Giuliana Santoro. „Die Jugendlichen profitieren während der drei Wochen von einer topmodernen Internat-Infrastruktur mit einer Mensa, die keine Wünsche offenlässt. Es gibt jede Menge Ausflugsmögiichkeiten, und auch die Besichtigung von einheimischen Betrieben hat längst Tradition. Was meinen die Jugendlichen selbst? Fünf Teilnehmende aus dem diesjährigen Kurs haben ihre Erfahrungen in der Nordschweiz folgendermassen zusammengefasst:

Unterricht am Morgen und am Abend

„Grüezi!“ Wir sind zwei Mädchen und drei Jungen, die aus dem Tessin kommen: Letizia (15, aus Riviera), Giulia (15, aus Riviera), Oscar (17, aus Mendrisiotto), Giovanni (16, aus Mendrisiotto) und Nathan (14, aus Mendrisiotto). Wir besuchen den diesjährigen Deutschkurs am Gymnasium Immensee. Neben dem Deutschlernen machen wir verschiedene interessante Aktivitäten, wie zum Beispiel spannende Spiele oder Ausflüge in der Umgebung. Der Tagesablauf hier unterscheidet sich vom normalen Tagesablauf im Tessin. Wir stehen um 7.30 Uhr auf, um 8.00 Uhr gibt es Frühstück, um 8.45 Uhr Unterricht um 12.00 Uhr Mittagessen, um 14.00 Uhr besuchen die Schüler einen von fünf verschiedenen Workshops, um 16.30 Uhr Unterricht, um 18.00 Uhr Abendessen, um 19.30 Uhr Abendprogramm mit Spielen oder Baden je nach Witterung.

Grün und nett

In Immensee befinden wir uns in einer wunderbaren Region. Erstens ist die Landschaft wundervoll. Es gibt viele Obstgärten (Kirschbäume usw.) und man befindet sich fast überall im Grünen. Des Weiteren gibt es Bauernhöfe und die dazugehörenden Ställe mit Tieren und Kultivierungen auf den Feldern. Zweitens ist die Luft frischer, kälter und besser als im Tessin. Im Luganese und Mendrisiotto ist die Luftverschmutzung aufgrund des Verkehrs sehr hoch. Uns beeindrucken hier besonders die vielen kleinen Dörfer, die am See liegen. Es gibt nur wenige grosse Städte (Luzern, Zürich, Zug). Diese Gegebenheiten sind ausgezeichnet, um gesund leben zu können. Wir haben während unserem bisherigen Aufenthalt verschiedene Unterschiede in den Gewohnheiten der Leute beobachten können. Wir haben den Eindruck, dass es hier eine sehr ruhige und gemütliche Stimmung gibt. Wir haben ebenfalls eine konservative Lebensweise festgestellt. Es gibt eine Tendenz der örtlichen Leute eher verschlossen und vorbehalten zu sein, trotzdem sind diese Leute nett und höflich. Für uns scheint die Zentralschweiz das ziemliche Gegenteil vom Tessin zu sein.

Wir lieben den Kanton Schwyz und den Kanton Luzern, weil die wunderschöne Landschaft auf uns sehr beruhigend wirkt. Es ist angenehm, da die unberührte Natur aussieht als würde man weit weg von den grossen Städten wohnen. Trotzdem gibt es ein gutes Angebot an Verkehrsmitteln, mit denen man das Stadtzentrum erreichen kann, um für den täglichen Bedarf zu sorgen.

Weitere Infos: www.corsiditedescho.ch