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Friedensarbeit in Kolumbien

FriedenstaubeSackgasse Gewalt:

Kolumbien befindet sich seit 60 Jahren in permanentem Kriegszustand. In einem System, in dem die Campesinos sich mit ihren Bedürfnissen und Anliegen nicht berücksichtigt sahen, entstanden bewaffnete Gruppen, um gewaltsam ein gerechteres System aufzubauen. Im Verlaufe der sechzig Jahre ihrer Existenz haben sich einerseits die politischen Verhältnisse im Lande wie auch die Einstellung der Guerrilla selbst geändert. Die politischen Mechanismen sind demokratischer geworden. Es gibt mehr demokratische Mechanismen, die dem Volke erlauben, seine Rechte zu verlangen. Wer seine Rechte jedoch einklagt, wird weiterhin verfolgt.  In diesen Jahren ist sogar eine Verschärfung der Verfolgung von Menschenrechtsarbeitern, Rechtsanwälten, Gewerkschaftern, Journalisten und reklamierenden Kleinbauern eingetreten. Sie wird in den Medien und im Volk aber weniger wahrgenommen. Das Volk ist den bewaffneten Konflikt leid, sieht die Schuld aber weitgehend bei der Guerrilla und ihren Attacken gegen den Staat und die Zivilbevölkerung. Es gibt einen beträchtlichen Widerstand gegen die Friedensverhandlungen, geschürt von der politischen Rechten.

Ruf und Suche nach dem Frieden

Im Herbst 2012 hat die Regierung von Manuel Santos das Gespräch mit der Guerrilla FARC aufgenommen. Die Parteien einigten sich auf bestimmte für einen zukünftigen Friedensabschluss relevante Themen (Reformen zugunsten der landlosen Landbevölkerung u.a.). Inmitten weitergehenden bewaffneten Auseinandersetzungen erzielten sie unter zähen Verhandlungen schrittweise Einigungen, die einen Friedensabschluss in die Nähe rückten.

Friedensarbeit in der Post-Konflikt-Gesellschaft

Wenn auch die bewaffneten Gruppen ihre Waffen niederlegen werden, heisst das noch nicht, dass damit der Friede im Lande eingekehrt sein wird. Dann wird es darum gehen, die vereinbarten Änderungen im Lande umzusetzen, die in langen Jahren in den örtlichen (v.a. Land-) Gemeinschaften geschlagenen Wunden in den zwischenmenschlichen Beziehungen ausheilen zu lassen. Man wird die Menschen wiederum zum Gespräch und zum sich gegenseitigen Akzeptieren bewegen müssen. Sie werden nach und nach Gefühle und Gedanken des Hasses und der Rache überwinden und die früheren Feinde sich wieder in das gesellschaftliche Leben eingliedern lassen müssen. Über die Einforderung der Menschenrechte hinaus wird am Ende die Bereitschaft zur Versöhnung anstehen, damit ein dauerhafter Friede zustande kommt. Eine herausfordernde Aufgabe.

Bethlehem, das Zeichen des Friedens.

Wer, wenn nicht die Christen sollen sich dieser Aufgabe stellen. Kolumbien ist ein christliches, wenn auch nicht mehr nur ein katholisches Land. Das Wort Jesu, wenn dich einer auf die Wange schlägt, halte ihm auch die andere hin, wird hier zur konkreten Einforderung, wenn das Ziel des Friedens erreicht werden will.

Bethlehem als Ort der Menschwerdung Gottes erinnert uns an die Botschaft der Engel: Friede auf Erden, jede Weihnacht an Jesus den Friedensbringer. Wir von der Missionsgesellschaft Bethlehem fühlen uns glücklich, diesen Ruf zum Friedenbringen von unserm Namen her als Auftrag zu besitzen. Nicht mehr mit eigenen Leuten als Mitglieder unserer Gemeinschaft, aber durch Menschen, die in ihrem eigenen Land in diesem gleichen Geiste in ihrem Leben einen Beitrag an den Frieden im Lande leisten wollen, ist uns Missionsarbeit möglich.

Mit viel Hoffnung – und gleichzeitig genügend Realismus – unterstützen und fördern wir die Frau, die nach Erfahrungen im Einsatz mit SMB-Leuten in Kolumbien sich nun in ein Training für Friedensarbeit am Schweizerischen Friedensinstitut in Basel, SWISSPEACE, eingeschrieben hat. Wir schätzen uns glücklich, auf diese Weise einen Beitrag an die Friedenssuche in unserm Schwesterland Kolumbien leisten zu können, dort, wo zahlreiche Missionare unserer Gemeinschaft, in nicht leichten Aufgaben, jahrelang unter der Randbevölkerung, Zeichen der Hoffnung verbreitet haben.

Monica

Monica, selbst aufgewachsen in einer ausgeprägten Konfliktsituation und dann auch als Anthropologin im Einsatz in eben dieser Athmosphäre der beständigen Bedrohung, will mit ihren Fähigkeiten ihrem Volk auf seiner Friedenssuche einen Beitrag leisten, eine Friedenssuche nicht auf der Grundlage eines bewaffneten Kampfes mit Siegern und Verlierern als Endergebnis, sondern durch Gespräche und Bewusstseinsarbeit, womit sich das ganze Volk in allen Schichten für den Frieden im Lande verantwortlich sehen soll.

Das Missionshaus Bethlehem in Immensee hat Monica in ihrer Vorbereitung aufs Studium seine Hilfe angeboten. Gut ausgebildete ehemalige Englischlehrer in der Heimat und in Simbabwe haben ihr die fürs Studium notwendigen Englischkenntnisse vermittelt. Die Erfahrung ihres Einsatzes in der Pastoral der indigenen Bevölkerung im Süden von Kolumbien sind wertvolle Voraussetzungen für erfolgreiche Friedensarbeit. Da Monicas Motivation und Ziele zur Friedensarbeit mit den missionarischen Zielen der SMB übereinstimmen, möchten wir sie in ihrem Projekt unterstützen.

Wenn Sie dieses Projekt unterstützen möchten, sind wir Ihnen sehr dankbar. Vergelt’s Gott!
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