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Ikonenausstellung: P. Joseph Braun

Ikonen-Ausstellung von P. Joseph Braun SMB

Vom 25. – 27. Sept. 2014 konnten Interessierte im Gemeinschaftsraum des Missionshaus 2 eine Ikonenausstellung besuchen.

Pater Joseph Braun SMB ist Mitglied der Missionsgesellschaft Bethlehem in Immensee, Schweiz und hat viele Jahre als Missionar in Sambia gearbeitet.

Seit fünf Jahren beschreibt er Ikonen, die Sie auf der Ikonengalerie ansehen können.

Ikonen sind das eigentliche Kultbild der Orthodoxen Kirche. Diese sind nicht nur zahlreich in den Kirchen zu finden, sondern jede Familie, die sich zum Orthodoxen Glauben bekennt, hat eine Ikone in der Wohnung vor der gebetet und gesungen wird.

Kurze Geschichte der Ikonen

Die Geschichte der Ikonen ist sehr komplex und hat eine bewegte Zeit hinter sich. Die ersten Ikonen gehen schon auf das 6. Jahrhundert. Zurück. In dieser Zeit kam auch der Bilderstreit auf, denn nach Exodus 20. 4 ist es streng verboten Bilder und Darstellungen Gottes anzufertigen. Es gab aber auch Befürworter, die diese Bibelstelle anders auslegten. Während dieser Zeit wurden sehr viele Ikonen vernichtet (Ikonoklasmus). Im 8. Jahrhundert. aber wurde der Bilderstreit endgültig beigelegt vor allem durch den Hl. Johannes von Damaskus um 700. Das Ökumenische Konzil von Konstantinopel beendete 787 unter Einberufung der byzantinischen Kaiserin Irene den Bilderstreit und das Beschreiben und Malen von Ikonen war wieder erlaubt. Dies bewirkte einen ungeheuren Aufschwung in der Ikonenmalerei.

Bekannt sind die Ikonen Stilrichtungen Byzantinisch, Griechisch, Russisch und Italo-Kretisch mit reichlich anderen kleineren Malschulen.

Während der kommunistischen Herrschaft in der Sowjet Union wurde das Herstellen von Ikonen und aller religiösen Kunst streng verboten. Seit dem Fall des Kommunismus ist die Ikonenkunst aber wieder in voller Blüte. Auch im westlichen Abendland erfreut sich das Ikonenmalen grosser Beliebtheit und es gibt sehr viele Malschulen und Kurse dafür.

Geistlicher Gehalt und Symbolik der Ikonen

Was einem bei einer Ikone auffällt, ist der Goldhintergrund, der auch anziehend auf den Betrachter wirkt. Das Gold bezeichnet das Göttliche Licht. Die dargestellt Person oder eine biblische Szene ist ganz umhüllt vom Gold, also eigetaucht in das Göttlich Licht.

Die Farben spielen ebenso eine zentrale Rolle. So ist auf einer Christus Ikone das Untergewand (Chiton) rot und das Obergewand (Himation) grün. Damit ist schon farblich eine wesentliche Glaubensaussage gemacht, dass Christus Gott und Mensch zugleich ist. Rot steht für göttlich, grün für irdisch. Ikonen sind also gemalte Glaubensbekenntnisse und verkünden so in aller Stille wichtige Aspekte des Christlichen Glaubens.

Die Ikonen werden im strengen Sinn nicht gemalt sondern ‚beschrieben‘. Das kommt von daher, dass man nur Ikonen alter Meister ‚abschreibt‘, also Ikonen, die im Kanon der Orthodoxen Kirche aufgelistet sind. So werden z.B. nur die Erzengel Michael und Gabriel auf echten Ikonen zu finden sein, während der Erzengel Raphael fehlt.

Leider werden auch minderwertige Ikonen zum Verkauf angeboten. Beispielsweise ist eine echte Ikone nie signiert. Der Name des Malers oder Malerin darf nicht auf die Ikone geschrieben werden. Der Maler tritt völlig in den Hintergrund und ist nicht wichtig. Zudem sollte eine Ikone unbedingt beschriftet sein, entweder in Griechisch oder Kirchenslawisch. Um eine Ikone zu vollenden, sollte sie auch von einem Priester geweiht und gesegnet werden. Dazu gibt es eigens orthodoxe Riten und Gebete.

Für die Orthodoxen Christen ist eine Ikone mehr als ein Heiligenbild. Für sie ist z.B. der dargestellt Christus gegenwärtig, so auch die Gottesmutter Maria und die Heiligen. Daher erhalten Ikonen in den Orthodoxen Kirchen einen speziellen und eigenen Platz. Man nennt dies die Ikonostasen, eine Wand, die das Kirchenschiff vom Allerheiligsten Altarraum trennt. Auf dieser Wand sind die Ikonen nach einer genauen Hierarchie nebeneinander aufgemacht.

Siehe auch:

Ikonenausstellung

Kontakt:

Joseph Braun SMB
Missionshaus Bethlehem
CH – 6405 Immensee / Schweiz

Email: josephusbn@bluewin.ch

Tel:     0041 (0) 41 854 1272