sprachen

Im Nachtzug an Weihnachten

alte FrauEine Grossmutter feiert Weihnachten mit der Familie ihres Sohnes. Gegen Mitternacht will sie aufbrechen und nachhause fahren. Ihr Sohn, ihre Schwiegertochter und die 3 Enkelkinder bitten sie inständig doch zu bleiben, das Gästezimmer sei für sie bereit. Doch es zieht die alte Frau zurück in die Geborgenheit ihrer eigenen Wohnung.

Im Zug sitzen ausser ihr nur wenige müde Reisende. Plötzlich wird an einer Bahnstation die Tür aufgestossen und eine Gruppe junger Männer stürmt herein. In dicken schwarzen Lederjacken, Totenköpfen auf die Mützen gemalt. Riechbar und sichtbar angetrunken johlen und grölen sie laut herum. Es ist spürbar, dass alle Fahrgäste den Atem anhalten und hoffen, nicht bemerkt zu werden. Angst breitet sich aus.

Da entdeckt die bedrohliche Bande die alte Frau. Die johlenden Männer kommen näher und lümmeln sich rechts und links neben die Frau und auf die Sitze gegenüber.

Der Anführer haut ihr seine tätowierte Pranke auf den Oberschenkel und grölt sie an: Gäll, Alti, hesch Angscht???

Die alte Frau zittert ein wenig, schaut die Männer aber ruhig an und antwortet mit sicherer Stimme: Jetzt nicht mehr, ihr seid ja da!!!

Autorin: Angela Stüber.
Die Geschichte soll sich wirklich ereignet haben an einem Heiligabend in Berlin.