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Schweiz

Die grösste Gruppe der SMB-Mitbrüder lebt und arbeitet heute in der Schweiz. Sie ist verteilt auf vier Gruppierungen: Immensee, Fribourg (Torry), Luzern (RomeroHaus) und Aussenposten.

Mutterhaus Immensee

Die rund 50 Priester- und Brüdermissionare im Mutterhaus verwirklichen ihren missionarischen Auftrag in verschiedenen Lebens- und Arbeitsbereichen. Von hier aus nehmen Priester pastorale Einsätze in verschiedenen Pfarreien wahr. Sie leisten damit einen Beitrag zur missionarischen Bewusstseinsbildung in den Gemeinden. Sie wirken in Administration, Bibliothek, Sakristei und in vielen kleinen Diensten, die für das Zusammenleben der Gemeinschaft notwendig sind. In der dritten Lebensphase kommen auch die Hobbys zum Zug, die im fordernden Missionseinsatz oft zu kurz kamen. Einige entdecken bei sich künstlerische Fähigkeiten, z.B. in Malen und Fotografie.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die betagten Missionare, die nach vielen Jahren Einsatz in Afrika, Asien und Lateinamerika professionelle Pflege und Betreuung erhalten. Ihre missionarische Berufung erhält nun eine besondere Note. Sie tragen Arbeit, Sorgen und Probleme der in Übersee tätigen Mitbrüder im Gebet mit. Die Missionare, denen Alter und Krankheit Grenzen setzt, sehen sich in die Rolle der heiligen Theresia von Lisieux versetzt. Ihr missionarisches Apostolat besteht im Gebet und im Ertragen ihrer Leiden.

RomeroHaus Luzern

Die SMB ist mit einigen Missionaren auch präsent im Romerohaus in Luzern, das seit 2013 die Verwaltung der BMI (Bethlehem Mission Immensee) beherbergt. Sie ist die von Laien getragene selbständige Institution, die aus der Missionsgesellschaft hervorgegangen ist und in deren Geist in vielen Ländern wirkt.

Torry Fribourg

Nach ihrem ersten Generalkapitel (1934), beschloss die Schweizerische Missionsgesellschaft Bethlehem (SMB), in Freiburg eine „apostolische Schule“ zu eröffnen, um Mitglieder französischer Sprache zu gewinnen. Zu diesem Zweck kaufte sie das „Grand Torry“ mit einem Herrschaftshaus, einem Bauernhof und Ackerland. Man sah vier Schulklassen vor. Danach konnten die Schüler ihr Studium im Kollegium Immensee und dann im Missionsseminar Schöneck fortsetzen.

Torry von 1938 bis 1972

Am 20. September 1938 hatte der Direktor der Schule, P. August Jenny,  die Freude, die ersten Schüler aufzunehmen. Das Schuljahr schloss im Sommer 1939 mit 6 Schülern. Im Herbst 1942 konnten die  ersten 3 “Torryaner“ ihr Studium in Immensee fortsetzen. Drei Jahre später machten zwei von ihnen die eidgenössische Matura und traten ins Seminar Schöneck ein, um dort das Noviziat und das Philosophie- und Theologiestudium zu absolvieren.

Im Herbst 1966 gab es eine bedeutende Änderung: Die 3. und 4. Klasse wurden aufgehoben. Es blieben nur noch zwei Klassen mit dem Programm einer Sekundarschule. Das Internat bestand weiter, doch nahm man jetzt auch externe Schüler auf. Dadurch wurde es möglich,  Mitglieder freizustellen, was der Mission in Haiti zugute kam.
Weil die Werbung von Schülern immer schwieriger wurde, schloss man die Schule im Frühling 1972. Während 34 Jahren hatte sie etwa 250 Schüler aufgenommen, von denen 36 ihr Studium in Immensee fortsetzten. Während dieser Zeit gehörten 31 Mitglieder der SMB, fünf Diözesanpriester und 23 Laien zum Lehrkörper. Die einen übten ihre Tätigkeit während mehrerer Jahre aus, andere nur gelegentlich oder mit einem Teilpensum. Etwa 10 Mitglieder der SMB lebten  während ihres Studiums an der Universität Freiburg als Gäste im Torry.

Vergrösserung des Hauses

Schon vor der Eröffnung der apostolischen Schule im Jahre 1938 hatte man das Haus Torry umgebaut, damit es etwa zwanzig Schüler aufnehmen konnte. Seit 1950 begann sich allmählich der Platzmangel bemerkbar zu machen. So beschloss man im Jahre 1956, das Haus zu vergrössern. Die vorgesehenen Arbeiten wurden den Freiburger Architekten Cuony und Anthonioz anvertraut, und das Bauunternehmen Piantino führte sie aus. Die Arbeiten begannen Anfang Juli. Man baute einen neuen Flügel mit Kapelle, Speisesaal, Klassenzimmern und Schlafsaal. Ein Spielplatz und ein Spielraum wurden hergerichtet. Beim Schulanfang im September konnten die Schüler schon die neuen Räume benützen. Am 10. Dezember wurde der Hauptaltar der Kapelle von Bischof François Charrière geweiht.

Neue Zweckbestimmung

Nach der Schliessung der Schule bekam das Haus eine neue Zweckbestimmung. Die Redaktion der Zeitschrift „Bethléem“ und das Büro für die GönnerInnen wurden von Immensee nach Freiburg verlegt. Ein Flügel wurde an die „École de la Foi“ vermietet und Zimmer an Universitätsstudenten, vor allem aus der Dritten Welt. Dafür waren einige Arbeiten nötig, um Schlafsäle und Klassenzimmer in Einzelzimmer oder Büros umzuwandeln. Damals begannen wir, erwachsene Laien zu werben, die in unsern Missionsgebieten einen Einsatz leisten könnten. Etwa zwanzig Personen wurden entsprechend vorbereitet und nach Übersee gesandt.

Nachdem die Bethlehem Mission Immensee (BMI) die meisten dieser Tätigkeiten übernommen  hat, sind  jetzt die drei Mitbrüder vor allem in der Pfarreiseelsorge tätig. Einer von Ihnen unterrichtet an der Universität Fribourg.

Im Mai 2013 wurde die Leitung des Hauses an das Justinuswerk übergeben. Die meisten unserer Gäste (ein Dutzend) sind ausländische Priester, die ein Zusatzstudium machen und vom Justinuswerk unterstützt werden.

Aussenposten

Die 18 Mitbrüder auf Aussenposten haben je ihre eigene Geschichte. Die meisten von ihnen waren früher in andern Kontinenten tätig. Ihre vielfältige Präsenz trägt zur Aufrechterhaltung des SMB-Beziehungsnetzes in der Schweiz bei.