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Jahresbericht 2019

Das Jahr 2019 begann mit dem

Begegnungstag im Romerohaus Luzern,

als die SMB, der Freundschaftskreis SMB, Comundo und die BMI herzlich einluden. Nach dem Brunch hörten die Anwesenden den vier Statements zu. Justin Rechsteiner zeigte in seinem Referat «Wechselvolle Geschichte seit 1896» den langen Weg bis zur heutigen SMB auf. Alles begann mit der Gebietsmission der SMB in der Mandschurei und nach der Ausweisung der Missionare zu beachtlichen Neuansätzen in anderen Ländern. Josef Estermann beleuchtete in seinen Ausführungen mit dem Titel «Vom Missionar zur internationalen Entwicklungsarbeit» auf, wie sich die Tätigkeit als Missionar in all den Jahren verändert hat. Margrit Santschi erzählte aus ihrem Einsatz in Kolumbien und Ecuador und Elisa Fuchs brachte die internationalen und politischen Veränderungen in der Entwicklungszusammenarbeit seit dem Zweiten Weltkrieg aufs Tapet. Als Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion, wo die Vorträge kritisch beleuchtet wurden. Was die Zukunft anging war man noch eher zurückhaltend. Vieles ist noch offen und ungewiss im Zusammenhang mit der Neuausrichtung von Comundo. 60 Personen, darunter 11 SMB-Mitglieder nahmen den Weg ins Romerohaus unter die Füsse.

Am 13. April 2019 unternahmen wieder viele Personen den Weg der Menschenrechte vom Missionshaus Bethlehem zum Romerohaus. Dieser Anlass wird auch vom Freundschaftskreis unterstützt und mitgetragen.

Am 14. August 2019 fand das 6. Freundschaftsreffen statt, nachdem das eigentliche Datum vom 15. Juni 2019 in Folge des stattfindenden Hoffestes vom «Wohnen im Bethlehem» abgesagt werden musste. Es begann mit einer Führung in der Pfarrkirche St. Sebastian in Immensee, wo zum Pfarreijubiläum eine kleine Ausstellung besichtigt werden konnte. 1729 – 290 Jahre Stiftung der Kaplanei Immensee; 1934 – 85 Jahre seit der Einweihung der Pfarrkirche St. Sebastian in Immensee beleuchtete diese kleine Ausstellung. Danach fand im Missionshaus Bethlehem im Attikageschoss ein gemütlicher Grillabend statt, dem die SMB Mitglieder und die anwesenden Mitglieder des Freundschafskreises sehr zahlreich beiwohnten. Lockere und unbeschwerte Gespräche unter den Anwesenden rundeten den schönen Tag ab.

Weltmissionsmonat Oktober

Der Monat Oktober 2019 war sehr einmalig. Papst Franziskus hat den Monat Oktober als Weltmissionsmonat ausgerufen. Das Motto lautete: Getauft und gesandt. Der Freundschaftskreis hat sich zur Pflicht gemacht, diesen Monat zusammen mit den Verantwortlichen der SMB zu gestalten.

Am 1. Oktober 2019 nahm ich mit Josef Christen und Josef Meili an der Eröffnung des Weltmissionsmonats in Riva San Vitale teil. In dieser Taufkapelle aus der Zeit um 500, es ist das älteste ganz erhaltene christliche Bauwerk in der Schweiz, wurde dieser spezielle Monat von den Bischöfen und weiteren Gläubigen festlich eröffnet.

Am Sonntag, 6. Oktober 2019 wurde mit einem Festgottesdienst dieser Weltmissionsmonat im Missionshaus Bethlehem eröffnet. Jungwacht und Blauring vom Bezirk Küssnacht mit «männerxang Küssnacht» gestalteten diesen Festtag und mit ihren inspirierenden Gesängen. Die stattliche Anzahl Gottesdienstbesucher waren sehr erfreut und animiert, das Motto «Getauft und Gesandt» ernst zu nehmen.

Das sehr treffende und tiefgreifende Predigtwort von Josef Christen hat uns bewusst gemacht, wo im Alltag das Motto «Getauft und Gesandt» angewendet und umgesetzt werden kann. Der Umgang mit dem Mitmensch, in zwischenmenschlichen Gesprächen, beim Spielen mit fairen Spielregeln für alle usw. sollte für uns alle eine Selbstverständlichkeit sein.

Die Fürbitten, vorgetragen von der JUBLA, ermunterte die Anwesenden, wie auch die Politiker, diesem «Getauft und Gesandt» gerecht zu werden und es in die weite Welt hinauszutragen.

Nach dem Gottesdienst wurde zu einem einfachen Mittagessen eingeladen. Die verschiedenen Ateliers am Nachmittag verbunden mit einem Quiz gaben diesem Festanlass einen würdigen Rahmen.

Am Donnerstag, 10. Oktober 2019 wurde im Gemeinschaftssaal der Film «Das Kongo Tribunal» gezeigt. 30 Personen folgten der Einladung, um gemeinsam diesen Film anzuschauen. Martin Jäggi als Gastgeber und Alex Keller als Moderator gaben eine Einführung zum Film. «Der Ort des Tribunals, also einer Gerichtsverhandlung, ist in Bukavu, in Süd-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo. Es werden Zeugen geladen, es gibt eine Jury, ein Richtergremium nimmt Platz. Man sieht am Anfang, dass es ein Filmprojekt ist, wie sich der Regisseur mit betroffenen Menschen trifft, wie er die „Schauspieler“ instruiert. Den Inhalt bringen aber die Menschen selbst mit, die Filmaufnahmen der Massaker, die Interviews mit den Regierungsvertretern, die Aussagen von Betreibern der Minen und das Schicksal der Tausenden von Menschen, die von ihrem Land vertrieben wurden, sind echt. Der Richter wird von Jean-Louis Gilissen gespielt, er ist wirklich Mitbegründer des Den Haager Strafgerichtshofs. Die verstörenden Bilder von der Zerstörung der Natur und der Lebensgrundlage der Menschen nehmen mich mehr und mehr ein, machen mir bewusst, dass die Rohstoffe die Ursache vieler der Konflikte sind. Das Potential der Bodenschätze im Kongo beträgt 24 – 39’000 Milliarden US$. Da ist es klar, dass viele daran interessiert sind. Seit 1996 sind auch 7 Millionen Menschen bei Auseinandersetzungen um die Rohstoffe, bei Stammeskonflikten und Kriegen umgekommen. Es ist ein inszeniertes Tribunal mit keinerlei Legitimation zur Verurteilung und hat doch einiges bewirkt. Milo Rau: „Das ist ein fiktives Tribunal, das nicht von einer internationalen Organisation einberufen wurde. Im Gegenteil; es ist ein unabhängiges Tribunal. Ein symbolisches Tribunal. Ein Tribunal des Volkes, das der öffentlichen Meinung verpflichtet ist. Es hat seine Berechtigung in der Zukunft durch den Beitrag, den es zur Entwicklung des Kongo leisten wird. Es hat das Ziel, die Wahrheit bekannt zu machen.»

Am Freitag, 18. Oktober 2019 hielt Martin Jäggi im Pfarreisaal in Immensee einen Vortrag und beleuchtete seine verschiedenen Tätigkeiten in seinen Einsatzländern.  Sehr eindrucksvoll, pointiert und auch humorvoll zeigte Martin Jäggi seine vielseitige Tätigkeit in seinen Einsatzländern auf. Im vollen Pfarreisaal Immensee – gegen 50 Personen waren anwesend – war es ein buntes Mosaik in Wort, Bild und Ton über 10 Jahre Einsatz in einem städtischen Armenviertel in Sambia, 21 Jahre in ländlichen Randregionen in den Philippinen und weitere Jahre in der Schweiz.

Martin Jäggi begann mit einem Gebet, in dem die brennende Sehnsucht nach Leben, Licht und Wahrheit thematisiert war und der Wunsch, „unseren Mut zu stärken und das Unmögliche zu tun“. Am Anfang seiner „Karriere nach unten“ als Missionar standen das sozialistische Gedankengut väterlicherseits und der Wunsch der Mutter, aus dem kleinen Martin einen Afrika-Missionar zu machen. Vom Einsatz in Sambia prägten ihn die Erfahrung, „als Armenhäusler unter Armenhäuslern“ zu sein und der Glaube an den Befreiergott, der in der Kirche als Ort völkerübergreifender Beheimatung wirkt. Aus den Philippinen nahm er die Überzeugung mit, dass der christliche Glaube inkulturiert, einheimisch werden muss. Mission bedeutet auch, dass verschiedene Kulturen miteinander in den Austausch kommen und voneinander lernen sollen.

Und was bleibt? Was bedeutet Mission hier und heute? – In der Überzeugung, dass jeder Christ und jede Christin da selbst Antworten finden muss, versuchte Martin Jäggi in knappen Worten und Gedanken einige Spuren zu legen: Auf seiner kürzlichen Reise nach Tsitsikar, dem ersten Missionsgebiet der Immenseer Missionare in China, stellte er verblüfft fest, wie die Kirche trotz Verfolgung gewachsen ist und der Glaube weiter lebt.

Am Sonntag, 20. Oktober 2019 feierte man den offiziellen Weltmissionssonntag die mit einer Predigt von Dr. Fritz Kollbrunner beleuchtet wurde.

Am Donnerstag, 24. Oktober 2019 hielt Martin Brunner-Arth, Direktor von Missio zum Thema: «Mission heute, was können wir von den zurückgekehrten Missionaren lernen?» ein sehr interessantes Statement. Vor genau 25 Jahren schritt Martin Brunner zum ersten Mal über die «Blumenbrücke». Zusammen mit seiner Frau Angela ging er mit SMB, BMI und INTERTEAM in zwei Einsätze (Bolivien und Kenia). Jetzt ist er Direktor von Missio Schweiz, da kennt er beide Seiten der Weltkirche. Zu Beginn überraschte Martin Brunner die 27 Teilnehmenden an der Veranstaltung mit einem Satz von Papst Franziskus: «Gehst Du, um jemand zu überzeugen, katholisch zu werden? Nein, nein, nein! Gehe, um ihm zu begegnen. Er ist dein Bruder (deine Schwester). Das allein genügt. Wenn Du ihm begegnest, dann macht Jesus den Rest.» In diesem Zitat finden sich bereits die zwei zentralen Worte für Brunners Ausführungen: begegnen und Jesus. Begegnungen und Beziehungen spielten bei Jesus die zentrale Rolle, und diesen Missionsbegriff gelte es zurückzuholen.

Am Sonntag, 27. Oktober 2019 feierte man den Erntedank-Sonntag mit einem Festgottesdienst in der grossen Kapelle.

Der Abschluss des Weltmissionsmonats Oktober bildete am Donnerstag, 31. Oktober 2019 der Lichterweg. Von der grossen Kapelle bis zum Friedhof der SMB beleuchteten über 500 Kerzen den Fussweg. Beim SMB Friedhof angelangt wurden den Verstorbenen gedacht. Besonders den SMB Missionaren, die eines gewaltsamen Todes gestorben sind. Ebenso aber den vielen anderen Missionaren, die auf vielen Kontinenten das Wort Gottes verkündet und die Leute in die Zukunft begleitet haben. Ganz ohne grosses Aufsehen wurde der Lebensbrunnen, der auf eine Idee von Pablo Meier zurückgeht, der Bestimmtheit übergeben.

Ein ereignisreiches Jahr hat seinen Abschluss gefunden. Danken wir all den Personen, die uns in unserer Arbeit unterstützt und mitgetragen haben. Herzlichen Dank auch dem Missionshaus Bethlehem und den verantwortlichen Personen für die grosse Unterstützung während des Jahres. Möge der Geist der SMB uns weiterhin begleiten.

Immensee, 22. März 2020                                             Peter Trutmann                                                                                                  Kerngruppe Freundschaftskreis SMB