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Würdigung von John Burkart †

Geboren23.3.1927
Eintritt in die Missionsgesellschaft23.9.1950
Simbabwe: Lehrlingsausbildner : 1954–1985
Schlosserei, elektrische Einrichtungen, Automechanik: Gokomere (1954-1958), Driefontein (1959-1985); Metzgerei in Driefontein
1954–1985
Pilot für fliegenden Ärzteservice1967–1979
Mitbegründer und Ausbildner der St. Paul's Brothers 1986–2010
Driefontein: Autobiographie: Wir hatten doch genug Platz; Ruhestand2011–2021
Verstorben24.1.2021

Ich habe meine Berufung gefunden und gelebt, eine
nie endende Entwicklung, ein Geschenk Gottes.
(nach Johns Autobiographie, S. 115)

Ich fühle mich geehrt, an diesem Gedenk-Gottesdienst über John’s Glaubenszeugnis zu sprechen. Er ist der Neffe von Andre Burkart, der mit meiner Schwester Maria Josefa Kaufmann von Horw gehreitat hat. John hat die ihm wirklich gebührende Wertschätzung erhalten mit seinem Buch «Wir hatten doch genug Platz» und im Film «Ende der Mission».

So ist es mein Anliegen, den im Film m.E. etwas zu wenig vorkommende Lobpreis und Dank an Gott auszudrücken. Wir haben allen Grund, das Magnifikat zu singen; denn auch an John hat Gott Grosses getan.

Unser Einsatz in Simbabwe war doch eine echte Kombination von Entwicklungsarbeit und Verkündigung der Frohbotschaft mit Wort und Aktion. Er war im Sinne unserer SMB: ein Dienst an den Kirchen in Aufbau und Not.

Wir hören nun den Lebenslauf, so wie John selber berichtet:

  • «Dreissig Jahre lang war ich in der Lehrlingsausbildung tätig, zusammen mit drei ausgebildeten Arbeitern in Schlosserei, Wasser- und Dampfinstallationen, Elektrischen Haus- und Industrie-Einrichtungen in Motor-Mechanik auch.
  • Bei meinem ersten Heimaturlaub (nach 10 Jahren Missionsdienst) liess ich mich ausbilden zum Beruf «Metzger und Fleischverwertung». Dies, um die einseitige Kost der Missionare zu verbessern.
  • 1967 folgte die Flugschule in Harare. 12 Jahre lang war ich Pilot für den «Fliegende Ärztedienst» innerhalb Simbabwe.
  • Ich wurde Mitbegründer und Ausbildner von einheimischen Brüdern «Brüder von St. Paulus.» (Wir älteren SMB Brüder müssen abgelöst werden.)
  • 2011 zog ich ins Altersheim, Regional-Haus Driefontein, hatte aber immer noch die religiöse Betreuung der Paulus-Brüder inne.
  • Mein Wunsch ist – und die Afrikaner sprechen ihn aus – Ihr Missionare habt euer Leben für und mit uns verbracht Wir wollen euch auch im Tod mit uns haben.»

Br. John Burkhart SMB 17. Sept. 2015

Zum Todestag von John haben wir von drei Ärzten, die mit ihm als Pilot zu tun hatten, eine Wertschätzung erhalten.

Dr. Markus und Christine Bieri schreiben: «John war ein liebenswerter Mann, mit grossem Herzen für seine Mitmenschen, deren Wohlergehen sein Auftrag im Leben war. Unzähligen hat er Gutes getan.»

Dr. Richard und Loretta Stoughton schreiben von Kanada aus: «John war immer auf ein fröhliches Lachen aus, hatte aber auch eine ganz menschliche Seite.»

Auch Dr. Herbert Aschwanden und seine Frau schätzten John sehr.

Zu unserem Magnifikat gehört auch der freudige Dank, dass John Ja, gesagt hat. Ein anderer Mensch wäre zerbrochen nach all dem, was er durchgemacht hat.

Dank sei auch für das Extra Talent zum Theaterspielen. Mit Br. Linus Schwaller spielte er humoristische Theaterstücke, die in Krieg und Frieden zum Aufschnaufen halfen. Er selber erwähnt in seinem Buch, dieses Talent, das ihn über das Schlimmste hinweggetragen hat.

Während des Unabhängigkeitskriegs haben John und seine Mitbrüder in Driefontein verständlicherweise auch mit den Weissen, Grossbauern, sympathisiert und solidarisch mit ihnen sich um die Zukunft Sorgen gemacht.

Heute ist Lichtmess. Denken wir dankbar an den Scheinwerfer der Ambulanz, der nachts bei Silveira just im richtigen Moment die Flugpiste beleuchtete. John war am Spätnachmittag, mit Dr. Stougthon an Bord, zu einem Notfall unterwegs, als die Dunkelheit hereinbrach. Durch das Licht konnte er mit seiner Cessna 182 landen. ■

Walter Kaufmann 02.02.2021

 

Das Ende der Mission – Ein Stück Schweizer Weltgeschichte

Wir hatten doch genug Platz | Vernissage